Geschichte der Lützer Kirche

„Die Pfarrkirche St. Maximin ist das älteste Gebäude von Lütz.
Ihr romanischer Turm wurde bereits im 12. Jahrhundert aus Lützer Schieferbruchsteinen errichtet. Das Kirchenschiff jedoch ist wesentlich jünger. Es wurde im Jahre 1753 erbaut, nachdem ein großer Dorfbrand 1749 das ursprüngliche Schiff zerstört hatte. Das an den Westturm angebaute neue Schiff wurde mit seinem schlichten Äußeren harmonisch an die romanischen Reste der Vorgängerbaus angepasst.

Die Innenausstattung der Kirche stammt aus der Zeit des Kirchenschiffbaus, da die ursprüngliche Ausstattung wohl ebenfalls dem Feuer von 1749 zum Opfer gefallen ist. Die Ausstattung ist in barockem Stil gehalten. Sie umfasst den dem heiligen Maximin geweihten Hochaltar, zwei Seitenaltäre von 1753 beziehungsweise 1754, eine Holzkanzel, einen aus Mayener Basalt geschlagenen Taufstein von 1750, sowie insgesamt 19 Eichenholz-Kirchenbänke aus der Bauzeit. Der Taufstein ist die Nachbildung eines älteren von 1681.“

1 KUGEL, Daniel: Lütz und seine Geschichte, Vulkan-Druckerei Kottenheim 2012, S. 231 – 232

 

„Die Pfarrei Lütz ist eine sehr alte Pfarrei. Sie wird bereits 1212 erstmals erwähnt. Damals gehörte sie zum Stift Münstermaifeld, dessen Propst den Pfarrer einsetzen durfte. Diese Zugehörigkeit stellt für den Kirchenhistoriker Prof. Dr. Ferdinand Pauly etwas Besonderes dar, weil die Pfarrei Lütz entgegen sonst üblicher Praxis nicht zum nahegelegenen Stift Karden gehörte, von dem sie an drei Seiten umschlossen wurde. Pauly schließt daraus, dass in Bezug auf die Pfarrei Lütz sehr alte Kräfte am Werk gewesen sein müssen, die die Orientierung nach Münstermaifeld berwirkt haben, bevor sich das Stift Karden endgültig konsolidiert hatte. Er siedelt diese Entwicklung bereits im siebten bis achten Jahrhunder an, was im Umkehrschluss heißt, dass die Pfarrei Lütz selbst oder zumindest eine Ur-Form derselben schon damals bestanden haben muss.

Um 1250 wurde die Pfarrei „Luzze“ genannt… Die Pfarrei hatte schon damals einen sehr großen Umfang: Neben der Mutterkirche in Lütz umfasste sie die halbselbstständigen Kirchen in Dommershausen, Lieg und Petershausen, sowie die Orte Eveshausen, Lahr und Zilshausen. Pfarreienmittelpunkt war die Kirche St. Maximin in Lütz.“1

Dies blieb über 500 Jahre lang so, obwohl es besonders im 16. und 17. Jahrhundert vermehrte Bestrebungen der Filialkirchen gab, sich von Lütz loszulösen.

Gravierende Änderungen kamen erst mit der Eroberung durch die Franzosen im späten 18. Jahrhundert. Daniel Kugel schreibt dazu: „Sie [die Pfarrei Lütz] gehörte fortan erstmals seit ihrem Bestehen nicht mehr dem Erzbistum Trier an, sondern wurde ins Erzbistum Aachen eingegliedert. Darüber hinaus wurde die Großpfarrei in einer ersten Neustrukturierung bis auf Lieg aller ihrer Filialen enthoben.“1

Nach einigem Hin und Her mit den Filialkirchen gehörte die Pfarrei Lütz nach dem Abzug der Franzosen wieder zum Erzbistum Trier mit den abhängigen Kirchen Lieg, Lahr, Petershausen und Zilshausen. 1869 gelang Lieg endgültig die Abspaltung, Petershausen, Lahr und Zilshausen folgten 1911.

Im Jahr 2020 kann Lütz daher auf 808 Jahre als selbstständige Pfarrei zurückblicken, eine Ära, die dann ihren endgültigen Abschluss finden wird mit dem Übergang in die neue „Pfarrei der Zukunft Kaisersesch“ ab dem Jahr 2021.

1 KUGEL, Daniel: Lütz und seine Geschichte, Vulkan-Druckerei Kottenheim 2012, S. 129 – 131